Tiergarten Nürnberg am 10.07.2015

Endlich nach viel zu langer Zeit mal wieder die Kamera ausgepackt und ein paar Fotos gemacht.

Eine sonnige Katze

Das Bild ist nicht mit der neuen Kamera entstanden, sondern ganz profan mit dem Handy. Es ist auch schon eine Weile her, dass ich es gemacht habe.

Morgens lag sie neben meinem Schreibtisch auf dem Drucker und es passte einfach alles. Da liegt sie sehr gerne, und ich habe auch schon vor Langem aufgegeben ihr das abzugewöhnen.

Ist ja auch ein viel zu schöner Anblick, oder?

Mein Laufrad, mein Sandbad, mein Bett

Es fehlt auf der Bühne der Erstvorstellungen nur noch einer.

Da waren bislang zwei Katzen, fünf Degujungs und vier Degumädels. Und jetzt kommt der, für den wir den roten Teppich ausrollen.

Der kleine König der Welt.

Gestatten, Bauer. Jack Bauer.

Als Jack in sein Terra eingezogen ist, war er nach dem Winzquadrat aus der Zoohandlung, das er mit geschätzten zehn Geschwistern bewohnt hat, und der kurzzeitigen Hamsterknast-Übergangslösung (heute als Transportmittel gerade noch gut genug) erstmal räumlich völlig überfordert. Für einen Roborowski-Hamster will das was heißen, die Kleenen haben nämlich an sich ein unheimliches Platzbedürfnis.

Nach etwas Herumgucken fand er dann *auf Bild deut* jenes Laufrad (Karlie Wonderland Holzlaufrad mit 20 cm Durchmesser, für Roborowskis wohl der absolute Traum, wenn man Jack als Durchschnitt annimmt). Fands, hüpfte rein und kam für geschlagene drei Tage nicht mehr heraus. Er hat darin sogar geschlafen. Aus Sorge um seine Gesundheit hab ich ihm den Fressnapf dicht davor gestellt, und er ist dann zum Futtern gerade so weit aus dem Laufrad raus, dass er sich was aus dem Fressnapf mopsen konnte. Das mit dem Lagern im Laufrad hat leider auch nach mehreren Versuchen einfach nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. *hust* Lager anlegen, einschlafen, aufwachen, ne Runde laufen gehen…. Hey, wo ist mein Lager hin??

Nach den drei Tagen hat er das Laufrad immer noch nicht so wirklich gern verlassen (könnte ja wer klauen, wenn er nicht ordentlich aufpasst) und sich nur so weit davon wegbewegt, dass er noch mit mindestens einer Pfote Kontakt halten konnte.

Sehr um seine Besitztümer besorgt, der Herr Bauer, jaja.

Als er sich nach einer Woche oder so mal von der Halbetage, auf der das Laufrad steht, herunterbewegte um seinen Herrschaftsbereich zu erkunden, fand er das Sandbad. Roborowskis sind ziemliche Sandbadfans, und auch hier macht unser Herr Bauer keine Ausnahme. Also gab es in seinem Bewegungsradius nun einen neuen wichtigen Punkt. Laufrad laufen, im Laufrad schlafen, im Laufrad essen, im Sandbad baden. Was für ein Tagesablauf! Seine Hoheit konnte zufriedener kaum sein. Da waren noch immer geschätzte zwei Drittel seines Terrariums vollkommen unerforscht, aber hey, kleine Könige brauchen ihre Zeit.

Entsprechend dauerte es ein Weilchen, bis er endlich mal die Kapokschote bewunderte und bekletterte. Nach einigen sachlichen Überlegungen entschied sich seine Majestät, dass das Schlafgemach doch bitte in der Nähe des Laufrads sein möge. Des Herrn Bauers Füßchen wollen schließlich nur im Laufrad weit laufen. Er hat dann in mühsamer Hamsterarbeit alle Kapokwatte nach und nach in die Nische hinter dem Laufrad verfrachtet, das mag so drei bis vier Nächte gedauert haben. Und da befindet sich jetzt das Bett. Und natürlich der Welt grandiosestes, keine Frage. Sehr pompös, mit angebauter Speisekammer. Und natürlich direktem Laufradzugang, von wo es nur ein Hamstersprung bis in den Fressnapf ist.

Inzwischen (seine Majestät zählt fast ein Jahr) hat er auch den Rest seines Reiches erkundet und in Besitz genommen, will heißen: Mehr Speisekammern errichtet. Aber nach wie vor verbringt er ungefähr 90 % seiner Zeit im Hamsterdreieck: Laufrad – Sandbad – Bett. Was braucht man auch mehr?

Wie alles begann….

Unsere Degus sind alle eine große Familie. Dass wir überhaupt so viele haben, ist einem selbstlosen *hust* Zoogeschäft zu verdanken, das uns seinerzeit zwei Degus verkaufte, von denen eines binnen kurzer Zeit überraschend an Körperumfang zulegte. Jaaaa… hmmm…

Was nun, was tun? war die Frage, die wir uns stellten. Und uns wurde schon vor Geburt der Minis klar, dass wir nicht das Herz haben würden, sie abzugeben. Blieb nur die saubere Trennung nach Geschlechtern und Verteilung auf zwei Käfige.

Natürlich gab es dabei genug Probleme. In der Kürze der Zeit musste zunächst mal eine zweite Unterbringungsmöglichkeit her; es war uns natürlich schleierhaft, wieviele Minis die werdende Mama da nun in sich hatte und wie sich diese Minis auf die Geschlechter verteilten. So hatten wir überhaupt keinen Plan, wie groß unser erster Ausweichkäfig sein sollte.

Wir haben also einfach in den blauen Dunst hinein gebaut und im Nachhinein betrachtet eine Menge Glück im Unglück gehabt, dass wir groß genug gebaut haben.

Der Käfig wurde leider nicht rechtzeitig vor der Geburt der Kleinen fertig. Bei Degus ist es so, dass das Muttertier praktisch direkt nach der Geburt schon wieder empfängnisbereit ist. Da wir den Käfig noch nicht fertig hatten, konnten wir Papa Beren nicht von der Mama trennen – also hat er schon am Tag, als Eowyn, Niniel, Elrond, Túrin und Garaf auf die Welt kamen, wieder sein Bestes als Familienvater gegeben. *hust*

Ca. 7 Wochen nach der Geburt wurden dann die kleinen Jungens mit dem Vater, der in der Zwischenzeit bereits in den neuen Käfig hatte umziehen “dürfen”, vergesellschaftet. Das ging recht reibungslos, überraschenderweise.

Und dann kam es, wie es ja kommen musste – die Mama hat drei Monate nach dem ersten Wurf noch einmal geworfen. In der Zwischenzeit hatten wir auch den zweiten großen Käfig fertiggestellt, und die Damengruppe war zum Zeitpunkt der Geburt bereits umgesiedelt (die Jungs lebten da ja schon im ersten großen Käfig). Zu unser aller Glück waren es zwei putzmuntere Minis, nämlich Lara und Indy. Keine Fehlgeburten waren dabei, Mama hat die zweite Schwangerschaft locker weggesteckt (zwei Babies im Wurf sind für Degus auch bemerkenswert wenig) und alle waren wohlauf. Das hätte wirklich anders ausgehen können, und ich bin bis heute dankbar, dass wir und vor allem Lucy, Indy und Lara da so viel Glück hatten.

Indy und Lara dann zu trennen, als sie das kritische Alter erreicht hatten, hat uns fast das Herz zerrissen. Die beiden gleichen sich charakterlich wie ein Ei dem anderen. Und unter der Trennung haben sie auch erkennbar beide gelitten. Interessanterweise war in der Zeit vor der Trennung Lara noch ein ganzes Stück forscher als der werdende WatchGu. Schwer vorstellbar, nicht? *g*

Inzwischen sind auch unsere Jüngsten ein Jahr und drei Monate alt, sodass nun wirklich als gesichert angesehen werden kann, dass uns kein weiterer Nachwuchs mehr ins Haus steht.

Ja, ich weiß, wir waren jung, unerfahren und haben natürlich eine Menge falsch gemacht – aber Geschlechterbestimmung bei Degus haben wir wirklich extrem gut gelernt in der relativ kurzen Zeitspanne. 😉

Außerdem muss ich sagen, dass so ein Stall voller Degus (im übertragenen Sinne) einfach toll ist. Zwei riesige Käfige voller Fellchen, und es wuselt und knuspert und zwitschert immer irgendwo. Im Nachhinein wäre es gerade für Lucy sicher entspannter gewesen, wären wir bei der Anschaffung bereits informierter gewesen. Aber gottseidank ist alles gut gegangen, und nicht eine einzige unserer Fellnasen würden wir wieder hergeben wollen.

Frauenpower

Nachdem ich kürzlich den Chaotentrupp vom Dienst, aka Degu-Jungsgruppe, vorgestellt habe, kommt hier unser Hauswirtschaftskurs – die Mädels.

Unangefochtene Chefin ist hier Lúthien, liebevoll Lucy genannt, die Mutter der Familie.

Im Käfig der Mädels herrscht praktisch immer Ordnung. Wenn wir Bastelmaterial in Form von Zewa oder Toilettenpapier in den Käfig geben, wird das – egal wo wir es hinwerfen – in die aktuelle Kuschelecke verfrachtet und dafür zur Not auch über alle drei Etagen geschleppt. Eine Zeit lang haben wir das Heu, das die Damen bekommen, immer mal wo anders hingeräumt, weil wir nicht so recht sicher waren, wo es am besten aufgehoben ist. Die Damen haben dann selbst die Entscheidung getroffen, dass sie ihr Heu gern in der Stoffhängematte kredenzt bekommen würden, was sie uns mittels entsprechender Heuverschleppung deutlich gemacht haben. Inzwischen werfen wir das Heu direkt da hinein.

Mit dem Laufrad lief es ähnlich. Anfangs stand das Laufrad in einem 90-Grad-Winkel zur Front des Käfigs. Die Damen haben am Fuß des Laufrads immer wieder herumgeschoben und -gezerrt, bis das Laufrad mit der Rückseite zur Käfigfront stand. Wir haben das Laufrad zurückgedreht, weil wir das für ein Versehen hielten, aber nachdem sich unser Kaffeekränzchen diese Mühe dann wieder gemacht hatte, haben wir beschlossen, dass wir ihnen ihren Willen lassen.

Ihr seht schon, unser Damentrupp hat ziemlich klare Vorstellungen von der eigenen Wohnlandschaft und weiß diese auch auszudrücken.

Insgesamt herrscht bei den Mädels eine solche permanente Harmonie, dass wir manchmal kaum in der Lage sind, die einzelnen Damen überhaupt zu unterscheiden. Mama Lucy ist aufgrund ihres Stammplatzes auf der kleinen Etagere neben dem Laufrad noch recht leicht auszumachen. Außerdem hat sie so eine ganz spezielle Vorderpfotenhaltung, wenn sie sitzt – das erkennt man sofort.

Eowyn und Lara sind aber nicht immer so leicht voneinander zu unterscheiden. Sie sind beide recht selbstbewusst, extrem sportlich und dementsprechend auch reichlich dicke Freundinnen, die die meisten Dinge gemeinsam tun.

Niniel beschäftigt sich gerne mal mit Einrichtungsumgestaltung, indem sie die ihr extra hierfür zur Verfügung gestellten unbehandelten Weidenkörbchen unter Nagezahneinsatz umbaut. Aber wenn sie Lust auf Laufen hat und alle drei Geschwistermädels das Laufrad umscharen, dann wirds schon deutlich schwerer.

Wirklich gut unterscheiden kann man unsere Mädels nur anhand ihrer Zutraulichkeit. Mama Lucy und Lara sind mit Abstand am zutraulichsten. Eowyn lässt sich durch die geschlossene Käfigtür mit Leckerchen verwöhnen, bei offenem Käfig verschwindet sie aber in einem Versteck. Nur Niniel hat insgesamt kein Bedürfnis, uns Menschen kennenzulernen. Sie lässt sich nicht groß durch uns stören, aber bislang haben wir noch kein Leckerchen ausgemacht, das sie aus der Reserve hätte locken können.

Wenn in diesem Grüppchen der Glückseeligkeit doch mal der Haussegen schief hängt, dann ist es Mama Lucy bislang noch immer gelungen, die Streitigkeit binnen kürzester Zeit zu beenden. Solche Vorkommnisse sind aber wirklich selten.

Beware the WatchGu!

Wer sich hierher verirrt, hat sich geschickt an meinem WatchGu vorbeigemogelt. Vermutlich habt Ihr ihn mit Maispopps bestochen, gebt es zu. 😉

Bei dem gefährlichgrimmigen Aufpasser handelt es sich um unseren Winzig-Degu Indy. Das Foto stammt aus der Zeit der Vergesellschaftung – also seiner Eingewöhnung in die Gruppe der Jungs. Da war er noch ein pubertärer NervGu. 😉

Indy ist der jüngste unserer Jungsgruppe. Aber nur weil er der jüngste ist und lange Zeit auch der kleinste war, ist er noch lange nicht ängstlich oder zurückhaltend, im Gegenteil. Mit Indy hatten wir seinerzeit ziemliche Probleme bei der Vergesellschaftung, weil er es einfach nicht eingesehen hat, sich den anderen Jungs – mit Ausnahme von Papa Beren, mit dem Chef legt man sich halt einfach nicht an – unterzuordnen, die anderen Jungs waren aber auch nicht bereit in der Rangfolge unter dem kleinsten zu stehen, also gab es über einen längeren Zeitraum immer wieder Kämpfe und Gerangel, und wir mussten immer wieder mal das Trenngitter einsetzen, bis schließlich Elrond und Garaf – Elrond ist eher der verträumte Typ und Garaf ein ziemlich praktisch veranlagter Gourmet, der Fressnapf ist sein zweites Zuhause, gleich nach der Kuschelröhre – sich geschlagen gaben und Indy als stärker akzeptierten.

Nur Túrin hat sich nie von Indy kleinkriegen lassen. Túrin ist ein wahrer Krieger – obwohl nicht der älteste, ist er der größte, breiteste, muskelbepackteste und vernarbteste Degu im Gehege. Von einem seiner ersten Kämpfe mit Papa Beren trug er einen Knick im Schwanz davon sowie eine Narbe über dem rechten Auge. Sehr verwegen, der Túrin.

Inzwischen sind bis auf Indy eigentlich alle aus den sogenannten Flegeljahren raus, sodass selbst Túrin inzwischen einigermaßen friedlich ist. Und Indy ist inzwischen auch nicht mehr der kleinste Degu im Käfig. Kein Wunder, bei so viel Aufmüpfigkeit bleibt der eine oder andere Muskelaufbau nicht aus.

Es kam also wie es kommen musste – kurz nach Umzug in die neue Wohnung hat Indy begonnen, die Chefposition von Papa Beren persönlich anzuzweifeln. Nun ist Papa immer schon ein sehr ruhiger Geselle gewesen und lässt sich gemeinhin auch von seinen Jungs eine Menge gefallen. Aber Indy hats wirklich gewaltig übertrieben, sodass wir wieder kurz vor der Trenngitterentscheidung standen, und das war seit nun fast einem Jahr nicht mehr nötig.

Seit einigen Tagen ist aber gottseidank endlich wieder Waffenstillstand (Frieden wirds noch nicht sein – dafür kenn ich unsere Jungs zu gut).

Nun muss man über Indy wissen, dass er in jungen Kinderjahren bereits seine erste Kriegsverletzung davontragen musste und dank des Überlebens dieser traumatischen Erfahrung inzwischen der festen Überzeugung ist, dass ihn so oder so gar nichts unterkriegen kann. Was ihm furchtbares widerfahren ist, als er noch so winzig war?

Schaut Euch den WatchGu genau an und beachtet das Schwänzchen. Degus haben normalerweise am Ende ihres Schwänzchens einen mehr oder weniger ausgeprägten aber immer vorhandenen schwarzen Puschel. Als unser Indy noch ein kleines WinziGu war und sich noch in Mamas Obhut befand, kam es eines Tages zu einem Drama im Mädelskäfig. Wir wissen bis heute nicht genau, _was_ da eigentlich passiert ist, nehmen aber an, dass das damalige Laufrad irgendwie beteiligt war. Jedenfalls begann von jetzt auf gleich wildes Gefiepe, es rumpelte das Laufrad, der kleine flitzte aufgepiekst durch die Gegend, wir rannten in Richtung Käfig, schauten nach – und da lag der Puschel auf dem Boden.

Indy hat das Drama aber ja offensichtlich mehr als nur gut überstanden, schließlich hat er heute eine leitende Position im Weblog-Business – so als WatchGu hat man schließlich eine Menge Verantwortung, nichwahr?