Charaktergeschichte: (Rift) Pixie 1

Pixies Geschichte

Hinsetzen. Sich setzen ist immer eine gute Idee, wenn die Beine wacklig sind. Pixie raffte ihre schmutzverkrustete Robe und setzte sich ins Gras. Verwirrt knibbelte sie an einem der zahlreichen Lehm- und Erdflecke in ihrer Robe. Wo kamen die auf einmal her? Und wo kam diese Wiese her? Und warum war es so hell? Erstmal sortieren. Gerade eben war sie noch an ihrer Werkbank gesessen und hatte einen Edelstein poliert. Es war ein Opal, ein wirklich schönes Exemplar. Er sollte als Prunkstück in einer Halskette dienen. Außerdem hatte sie doch ihre Werkschürze angehabt. Wo war die nur hin, und wo kam diese unpraktische und vollkommen verdreckte Robe her?

„Du musst keine Angst haben.“

Aufgeschreckt blickte Pixie sich um. Wiese, soweit das Auge reichte. Wiese und weiße Blumen hier und da. Sonst nichts. Schulterzuckend widmete sich die Zwergin wieder ihren Gedanken und den dubiosen Schmutzflecken. Also, sie hatte diesen Opal poliert. Ah, stimmt, es war ja dunkel geworden in ihrer Werkstatt. Von jetzt auf gleich gingen alle Kerzen aus, und zack! saß sie auf dieser Wiese. Mit der schmutzigen Robe und ohne Opal.

„Du musst keine Angst haben.“

Pixie sah wieder hoch. Diesmal war sie sich sicher, die Stimme gehört zu haben, doch da war immernoch nur Wiese zu sehen.

„Du musst keine Angst haben, Pixie, Tochter von Arnolf.“

„Wer seid Ihr, woher kennt Ihr meinen Namen und das wichtigste: Warum zeigt Ihr Euch nicht?“ rief die Zwergin in die Luft.

„Ich bin der Bote der Vigilie. Man entsandte mich, dir deine Bestimmung zu offenbaren.“

Die Stimme klang gütig und beseelt, wie auf einem Lufthauch schwebend. Was für ein Trick war das?

„Vigilie? Bestimmung? Was geht hier vor sich? Und wo ist meine Werkbank?“ Langsam wurde Pixie doch etwas wütend.

„Du bist eine der Auserwählten. Ein zweites Leben wurde dir geschenkt, auf dass du Telara rettest. Das Schicksal aller hängt von dir ab.“

„Hört Ihr mir eigentlich zu? Ich habe Euch etwas gefragt! Und was soll das überhaupt heißen, zweites Leben?“

„Der Bann hält nicht länger stand. Die Ebenen fallen über Telara her. Regulos selbst bedroht alles Leben. Nur du kannst sie retten. Nur du….“ Mit den letzten Worten wurde die Stimme immer leiser.

Pixie sprang auf und drehte sich wutentbrannt im Kreis.

„Kommt raus und zeigt Euer Gesicht, wenn Ihr mich schon so gut kennt wie Ihr behauptet! Wo steckt ihr?“

Sie rannte los, irgendwo musste sich diese Person ja verbergen. Da hinten, da! Ein Abhang! Bestimmt hockte sie dort und lachte sich ins Fäustchen, na der würde Pixie es aber zeigen!

„Vor mir könnt Ihr Euch nicht so leicht verstecken, hab ich Euch!“ triumphierte die Zwergin, als sie an der Kante des Abhangs ankam. Dann sagte sie nichts mehr.

Der Riss, der sich in der Entfernung auftat, war ein Todesriss.

…. „Ja, so war das bei mir.“ schloss die rothaarige Zwergin und griff nach ihrem Bierkrug. „Seht Ihr, meine Geschichte ist gar nicht so anders als Eure.“

„Ihr habt recht, und das erleichtert mich sehr.“ entgegnete der hünenhafte Mathosianer, der neben der Zwergin am Tresen lehnte. „Ich bin also nicht allein im Kampf gegen diese Urgewalten. Und ich bin nicht der erste, der von den Toten zurückgekehrt ist.“

„Oh, beileibe nicht. Da draußen“ – Pixie deutete aus dem Fenster der Taverne, „laufen geradezu Heerscharen von uns herum. Lassen wir den Wirt nochmal nachschenken.“

„Dann auf Euer Wohl, Pixie.“

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