ARGEr Unfug 5

Hier ist es nun, das letzte Kapitel der Saga ARGE. Das Rache der Enterb… äh… arbeitenden Bevölkerung 😉

Kapitel 5 – Jetzt schlagen wir zurück!

Das Thema ARGE war nach dem Erlebnis zu Beginn meiner Arbeit in der Kanzlei lange Zeit vom Tisch, was meinen Nerven immens gut getan hat, aber natürlich – wie sollte es anders sein – hat die liebe ARGE mich doch zu sehr vermisst. 😉

Wie im letzten Posting erläutert, hatten wir für den Übergangsmonat ein Darlehen bei der ARGE beantragt. Nach dem Bescheid vom 24.04.2008 bezüglich ebendieses Darlehens haben wir auch nie wieder was gehört. Wir bekamen die Kohle, zahlten die Miete, erhielten keine kleinen Leistungen – die sollten ja verrechnet werden. Und es kam auch keine Post mehr, nix. Gar nix.

Superduper eigentlich. Schien ja alles zu passen. Und so.

So hatte ich aber auch keinerlei Chance mitzubekommen, dass bei der ARGE – so scheint’s – mal wieder etwas gewaltig schief gelaufen ist. Wundert an der Stelle ja nun wohl auch niemanden mehr, oder?

Meine Probezeit lag schon ein Weilchen hinter mir, da flatterte mir aus heiterem Himmel eine Vollstreckungsandrohung des Hauptzollamts über einen Betrag von so ungefähr 350,00 € nebst allem möglichen Krempel an Mahn- und Vollstreckungskosten ins Haus.

*wargs!*

Das Problem war: Das Schreiben war mehr als 10 Tage alt, die dort erwähnte Abrechnung der ARGE hatte ich nie erhalten und somit keinen Plan, um was es da eigentlich ging. Eventuelle Mahnungen oder was auch immer, das mich sonstwie in Kenntnis hätte setzen können, sind auch nie bei mir angekommen. Jedwede Zahlungsfrist war natürlich längst verstrichen.

*mehr wargs!*

Nach der ersten schlecht geschlafenen Nacht hab ich dann direkt vormittags im Büro zum Telefonhörer gegriffen und mit dem zuständigen Herrn beim Hauptzollamt telefoniert. Die sind hier für die Vollstreckung von behördlichen Forderungen zuständig. Der war mehr als unfreundlich, hat mich abgekanzelt, aber mir immerhin 3 Tage (ich hab an einem Donnerstag angerufen… sehr witzig, echt…) Aufschub eingeräumt, bevor er den Gerichtsvollzieher losschicken wollte.

Ab da musste ich erstmal im Trüben fischen. Es gibt irgendwo eine Zentrale Rechnungsstelle vom Arbeitsamt, da hab ich mein Glück versucht. Nach langem Hin, Her, Rauf und Runter hat da eine (diesmal sehr nette) Dame mein Aktenzeichen erkannt und mit etwas Suchen auch den dazu passenden Vorgang gefunden. Die hat mir dann auch die Rechnungssumme und das Rechnungsdatum nennen können, und sie hat mir ausnahmsweise geglaubt, dass ich die Rechnung nie erhalten hab. Sie konnte mir allerdings nicht abschließend helfen, weil sie nicht die gesamte ALG-2-Akte hatte und auch nicht wusste, was das genau für eine Forderung war. Aber immerhin hat sie sich angeboten, mir im Fall der Fälle eine Ratenzahlung einzuräumen. Sie wiederum hat mir schon ganze 14 Tage Aufschub eingeräumt.

Am darauffolgenden Freitag hab ich dann den ganzen Tag Bauchweh gehabt und mich partout nicht getraut, die ARGE anzurufen. Das Wochenende hab ich praktisch nicht geschlafen, Bauchweh, Zahnweh und Gerichtsvollzieheralpträume gehabt.

Am Montag hab ich dann kurzentschlossen meinen ganzen Krempel betreffend ARGE vom allerersten Termin an zusammengerafft, mit zur Arbeit genommen, das Büro der Chefin gestürmt und um Hilfe gefleht.

Was soll ich sagen?

Chefin hat geholfen.

Es folgt also das umfassende Plädoyer, warum man niemals zögern sollte gleich einen Anwalt einzuschalten, wenn’s ungemütlich wird. Die können das einfach:

Chefin hat zunächst einen bitterfiesbösen Brief an die ARGE verfasst (Aufklärung des Sachverhaltes, Bestreiten der Forderung, und natürlich Androhung Gericht, Bildzeitung, RTL – wir verachten Polemik, aber einmal in seinem Dasein muss man sich den Spaß schon gönnen 😉 ), dann einen ebenso fiesbösen an das Hauptzollamt und einen nicht so bösen an die genannte Rechnungsstelle. Alles ging noch an dem Tag per Fax vorab raus.

Das Hauptzollamt hat zähneknirschend bereits am nächsten Tag die einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung bestätigt, die Rechnungsstelle hat nur kurz ihr Okay gefaxt, aber die ARGE! Die ARGE war in etwa so klein –> . <– mit Hut. :mrgreen:

Die dort gerade zuständige Dame, eine Frau G., die noch nie was von meinem Fall gehört hatte, hat erstmal telefonisch mitgeteilt, dass sie die Akte gerade überprüfe und *hüstel* „mögliche Unregelmäßigkeiten“ *grins* festgestellt habe. Zur genauen Überprüfung brauche sie noch Unterlagen, ob die Mandantschaft (also ich, hihi) eventuell bereit wäre, dies und jenes nochmal einzureichen, die Akte sei nämlich „aus unerfindlichen Gründen nicht ganz vollständig“. Ah ja. Nee, is klar. *g*

Wir waren natürlich kooperationsbereit und haben brav alles Fehlende (Lohn-Nachweise von Rondal für den Zeitraum meiner Bezüge, komischerweise) nochmal eingereicht.

Frau G. legte sich ins Zeug und prüfte, wie es nur eine Buchprüferin kann. Und siehe da:

Die zu vollstreckende Forderung wäre das Überbrückungsdarlehen nebst Zinsen und Kosten und so gewesen, denn man hatte übersehen, dass da ja was verrechnet werden sollte. Das hat sie mal als erstes richtig gestellt. Also verschwand mirnichtsdirnichts schon mal die gesamte Forderung. *plöff*

Aber jetzt kommts:

Die gute Frau G. fand weiterhin heraus, dass man uns für den gesamten Bezugszeitraum keinerlei Nebenkostenzuschuss gewährt hatte, der uns natürlich zugestanden hätte. Das waren für 7 Monate insgesamt fast 340 Euronen, um die uns das Amt sozusagen „geprellt“ hatte. Sie rief dann nochmal an und fragte, ob die Mandantschaft (also ich, hihihi) denn eventuell bereit wäre, die Angelegenheit gegen Nachzahlung dieses Betrages von fast 340 Euronen auf sich beruhen zu lassen.

Nun muss man wissen, dass die Alternative natürlich das angedrohte Gerichtsverfahren nebst eingeschalteter Presse *höhö* gewesen wäre, was für die ARGE echt böse gewesen wäre. Nicht dass das da noch weitere Schäden anrichten könnte. *hust*

Jedenfalls war ich natürlich bereit, sofern sie mir das Ganze verbescheidet und aus dem Bescheid dann auch klar und unumstößlich hervorgeht, dass die ARGE keinerlei Ansprüche mehr gegen mich hat und ich demnach auch nienienie wieder solche böse Post von denen zu erwarten hab.

Brav hat die Frau G. den entsprechenden Bescheid gemacht, der war binnen wenigen Tagen im Büro und das Geld etwa ne Woche später auf meinem Konto.

Und falls ihr euch fragt: Die Anwaltskosten hat die ARGE auch noch bezahlen dürfen. Ha!

Rekapituliert: Die ARGE wollte um die 350 Euronen von uns. Wir haben dann 340 Euronen von denen bekommen, und den Anwalt haben sie auch noch bezahlt.

Das nenn ich mal einen guten Schnitt.

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