ARGEr Unfug 4

Hier folgt nun Kapitel 4 der ARGEn Saga. Viel Spa√ü nach dem Klick ūüėČ

Kapitel 4 – Das Ende folgt noch lange nicht

Neue Sachbearbeiterin, neues Gl√ľck.

Ich war schon √ľber einen Monat in meiner neuen Kanzlei und da auch unheimlich gl√ľcklich. Die Arbeit machte Spa√ü, ich kam mit allen gut klar, und ich hatte mich in der recht kurzen Zeit auch schon ziemlich gut eingearbeitet. Alles in Allem eine wirklich tolle Stelle.

Man sollte also meinen, das Thema ARGE sei abgehakt gewesen. :mrgreen:

Gell? War ja nicht mehr arbeitslos. Und hab auch nicht vor, es so schnell wieder zu werden.

Pustekuchen. ūüė°

Da ich ja nun bis einschließlich 30.04.2008 arbeitslos war, hatte ich bis zu dem Tag Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Das wird im Voraus gezahlt, kam also Anfang April 2008 zum letzten Mal.

Ab 01.05.2008 hab ich Gehalt bezogen. Das wird im Nachhinein bezahlt, ergo hab ich da erst Ende Mai 2008 zum ersten Mal was gesehen.

So entstand also ein Loch f√ľr Anfang Mai, wo auch Miete bezahlt werden wollte. Die gute Frau M. (neue Sachbearbeiterin – vermutlich die arme Person, die das Chaos der Frau C. aufr√§umen sollte) hatte mir irgendwann Anfang April 2008 ein Leistungsdarlehen f√ľr den √úbergangszeitraum m√ľndlich zugesagt. Das sollte zur√ľckgezahlt werden √ľber kleine Zusatzleistungen, auf die ich wohl in der Probezeit wegen geringen Gehalts (war ja nur in Teilzeit) Anspruch hatte. Nur der Vollst√§ndigkeit halber am Rande erw√§hnt: Das “Anspruch haben” hier klingt viel freiwilliger als es ist; sie sagte, dass ich Probleme kriegen kann, wenn ich das nicht beantrage, falls ich in Zukunft je wieder Arbeitslosengeld beantrage bzw. beantragen muss (macht ja vermutlich keiner freiwillig). Es ist also eher eine Verpflichtung zu einem Recht oder so…

Sollte so laufen: Ich hatte Anspruch auf Zahlung von sagen wir 50,00 ‚ā¨ monatlich f√ľr einen Zeitraum von 6 Monaten, macht also 300,00 ‚ā¨. Diese 300,00 ‚ā¨ sollte ich nun im April 2008 erhalten als √úbergangsdarlehen. In den 6 Folgemonaten sollten Leistungen in H√∂he von je 50,00 ‚ā¨ an mich bewilligt sein, aber gar nicht erst ausgekehrt werden, sondern zur Tilgung des Darlehens dienen, das nach Ablauf der 6 Monate damit komplett erledigt gewesen w√§re.¬†So weit so klar.

Zu diesem Zweck bekam ich dann also einen Darlehensbescheid (datiert auf den 24.04.2008, unser Vermieter war wirklich ein Bild an Geduld…) und mit Schreiben gleichen Datums die Aufforderung, bis Ende Mai meine erste Gehaltsabrechnung und den entsprechenden Kontoauszug des Gehaltsbezuges einzureichen, damit die H√∂he der beantragten Weiterf√∂rderung nochmals berechnet werden kann (H√§tte ja sein k√∂nnen, dass mir statt 50,00 ‚ā¨ nur z. B. 40,00 ‚ā¨ zustehen oder sowas).

Auch klar. Hab ich brav p√ľnktlich (n√§mlich am 27.05.2008) hingebracht und mich tags darauf nochmals telefonisch r√ľckversichert, dass das auch wirklich da angekommen ist. Da h√§tte ich misstrauisch werden k√∂nnen. Denn ich hatte jemand anderen am Telefon. Aber es sind √Ąmter, da hat man mal ne Kaffeepause… passt schon… mir gings ja nur darum, dass meine Unterlagen da waren. Sie waren, also alles in Butter.

Oder?

Fr√§ulein Pixie kam also ein paar Tage danach bei Sonnenschein und bester Laune zu einem verdienten Feierabend nach Hause, schaute nichtsahnend in den Briefkasten und fand ein Schreiben von der ARGE. “Ah toll”, dachte Fr√§ulein Pixie bei sich. “Das ist bestimmt der Bescheid wegen der Darlehensr√ľckzahlung. Die sind aber auf einmal schnell. Super.”

Inzwischen werdet Ihr schon ahnen, dass es ganz so einfach wohl doch nicht war, oder?

Was soll ich sagen, ich √∂ffnete also gerade das Schreiben und stellte fest, dass man mir im Rahmen eines √Ąnderungsbescheides zu dem Bescheid vom 24.04.2008 (der √ľber das Darlehen, der √ľbrigens einen Zeitraum bis 31.05.2008 ausweist…) Leistungen nach SGB II f√ľr die Zeit vom 01.07.2008 bis 31.08.2008 in voller H√∂he nach ge√§ndertem Regelsatz, n√§mlich insgesamt 491,00 ‚ā¨, bewilligt.

“√Ąh… bitte? H√∂rt sich ja gut an. Kann man immer brauchen.¬†Aber ist das nicht ein bisschen viel daf√ľr, dass ich eh schon Geld verdiene? Das ist ja mehr, als ich vorher bekommen hab. Und √ľberhaupt, der Bescheid, auf den Ihr Euch da bezieht, liebe Leute, umfasst den Zeitraum gar nicht, den Ihr da “ab√§ndert” wegen neuer Regels√§tze.”

Fr√§ulein Pixie fing also das Gr√ľbeln an.

Dann fiel ihr auf, dass der √Ąnderungsbescheid das Datum 17.05.2008 trug. So schnell die Steuerberaterin meiner Chefs auch sein kann, so schnell war sie mit meiner Gehaltsabrechnung nicht. Die hab ich n√§mlich in der Woche drauf erhalten und somit – wie oben beschrieben – am 27.05.2008 bei der ARGE eingereicht, also geschlagene 10 Tage, nachdem da jemand meine Leistungen “angepasst” hatte.

Es fällt also auf, dass es damit schonmal nicht zusammenhängen kann. Und mit dem Bescheid auch nicht, weil der den Zeitraum ja nicht abdeckt.

So fing das Unterlagengew√ľhle wieder an.

Den letzten Bescheid √ľber Bewilligung von Leistungen nach SGB II bekam ich Anfang M√§rz 2008, da hatte ich ja meine neue Stelle noch gar nicht. Dieser Bescheid bezog sich auf einen Zeitraum von 6 Monaten, endend am 31.08.2008.

Ah, jetzt klingelts wohl. Da sollte also dieser Bescheid abge√§ndert werden, und man hatte im Formblatt irrt√ľmlich das falsche Datum – n√§mlich das des neuesten Bescheids vom 24.04.2008 – eingesetzt. H√§tte man an dieser Stelle mal f√ľr ein Sek√ľndchen den Blick vom Datum nach unten schweifen lassen, so als Sachbearbeiter, h√§tte einem nat√ľrlich in die Augen fallen k√∂nnen, dass dieser Bescheid sich nicht auf ALG 2 bezieht, sondern auf ein √úbergangsdarlehen zur Erleichterung des Einstiegs in den Beruf. Ja, genau: Arbeit.

Aber das war wohl zu viel verlangt…

Dieser Missstand ließ sich gottseidank irgendwie aufklären. Aber wer glaubt, damit hätte die Geschichte um die schönste Behörde des Landes ein Ende, der hat weit gefehlt.

Ein Kapitel folgt noch. Macht Euch bereit f√ľr die letzte Runde:

Jetzt schlagen wir zur√ľck!

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