ARGEr Unfug 3

Auf ein Neues! Nach dem Klick findet Ihr Kapitel 3 der spannenden Ereignisse um die schönste Behörde des Landes. 😉

Kapitel 3 – Schlimmer geht’s immer

Nachdem ich den Bescheid, dass mir ALG 2 endlich bewilligt wurde, erhalten hatte, habe ich ein paar Mal versucht, meinen Arbeitsvermittler zu erreichen. Der hatte ja gesagt, dass er erst tätig werden darf, wenn mir Leistungen bewilligt wurden, erinnern wir uns. Jedenfalls habe ich es schlicht nicht geschafft, ihn zu erreichen. Und auf meine zahlreichen Nachrichten hat er sich auch nicht zurückgemeldet.

Aber hey: Selbst ist die Frau. Wie das SIS funktioniert weiß ich, Zeitung lesen kann ich auch, und ich habe einen Internet-Anschluss. Man wird ja wohl irgendwie eine Arbeitsstelle finden.

Die gute Nachricht kam also auch nicht allzu lange Zeit später:

DAS PIX HATTE ARBEIT GEFUNDEN!!!!!! YEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEY!!!!!!

Zum 01. Mai 2008 sollte es losgehen. Eine Stelle als Rechtsanwaltsfachangestellte in einer schönen kleinen Kanzlei am Stadtrand von Fürth, wo ich heute immernoch arbeite. Damals wars für mich mit der Ubahn schön leicht zu erreichen, heute fahr ich mit dem Auto. Und um mich herum lauter nette Leute, wie sich das gehört.

Meine Chefin kam damals jedenfalls auf die Idee, die Stelle in der Anfangszeit von der ARGE subventionieren zu lassen. Mir war das Recht, ich hatte ja keine Nachteile dadurch. Jedenfalls hat sich meine Chefin dementsprechend bei der ARGE angerufen, um sich zu informieren, was man für einen derartigen Antrag tun muss.

Ratet, was man ihr gesagt hat. Na? Kommt einer drauf?

Genau: “Ein Fräulein Pixie haben wir nicht, die ist nicht arbeitslos gemeldet.”

Gedehntes Schweigen und große Augen. “Ahm… und warum bekomme ich dann Geld von Euch, Leute? Warum habe ich hier zwei Bescheide, den letzten vom 11. März 2008, meine Jobzusage war vom 25.03.2008? Und überhaupt: Wenn ich nicht arbeitslos war, warum hat mir das keiner gesagt? Ich hätte mir die ganze Bewerberei damals doch sparen können!”

Meine künftige Chefin rief mich natürlich sofort an, um mir das mitzuteilen. Sie bat mich auch, selbst mal nachzuhören, was da los ist. Direkt tags darauf habe ich die ARGE angerufen – am selben Tage ging schlicht nicht mehr, weil die ja schon mittags dicht machen dort. Gottseidank hatte ich nicht Frau C. dran. Ehrlich.

Nun bin ich ein pflegeleichter Mensch. Und ich war ja auch üüüüüberhaupt nicht vorgewarnt *hüstelhust*, also hab ich mich erstmal doof gestellt. “Guten Tag, Pixie mein Name, ich bin bei Ihnen gemeldet und habe jetzt Arbeit gefunden. Meine künftige Chefin möchte die Stelle von Ihnen fördern lassen, da wollte ich mich erkundigen, was ich da tun muss.” – “Da müssen Sie sich an Ihren Arbeitsvermittler wenden.” – Hrmgrmml, den hatte ich ja nu seit Ewigkeiten nicht an die Strippe bekommen… Aber gut. Tief durchatmen und auf ein Neues. Und oh Wunder, auf einmal ging er doch ans Telefon, der einzig fähige Mitarbeiter dieses Sa…. *hust* dieser hervorragenden Einrichtung.

“Tag, Herr K. Fräulein Pixie hier. Es geht um folgendes… *Fall schilder*” – “Fräulein Pixie… *Computergetippsel im Hintergrund* Ja, aber Sie sind doch gar nicht arbeitslos.” – “Doch, bin ich.” – “Aber hier ist vermerkt, Sie seien seit dem 23. Oktober 2007 nicht mehr arbeitslos.” Ist das nicht schön für mich? Da war ich all die Monate wohl doch berufstätig und habs nicht mal gemerkt. :mrgreen:

Naja, nach einigem Erklären und hin und her und Aktengesuche hat er dann herausgefunden, dass da wohl “jemand” (ja, wer das wohl war…) ziemlichen Mist in meiner Akte gebaut hatte.

Um sich das mal auf der Zunge zergehen zu lassen: Ich war seit dem 23. Oktober 2007 nicht arbeitslos gemeldet gewesen, wo doch mein erster Bescheid das Datum “12. Dezember 2007″ und der zweite das Datum “11. März 2008″ trugen. Letzterer sicherte mir übrigens noch Zahlungen bis zum 31. August 2008 zu. Irgendwie… hätte da doch “jemandem” was auffallen müssen? Oder nicht? Irgendwie?

Wir kamen also überein, dass ich mich schnellstmöglich – somit noch am selben Tage – wieder arbeitslos melden sollte. Nur zur Sicherheit. Und das am besten auch gleich in der ARGE, wo der Herr K. sein Büro hatte. Denn wenn man der ARGE U25 etwas sagt, weiß man ja nicht, ob die das nicht doch lieber auf einen gelben Zettel kritzeln, den sie dann… von außen ans Fenster kleben um Wetten darauf abzuschließen, wie lang der Klebestreifen hält?

Das Gesicht des freundlichen Herrn an der Anmeldung in entsprechender “ARGE für Erwachsene”, wie ich sie liebevoll nenne, war übrigens nicht schlecht. “Guten Tag, mein Name ist Pixie, ich bin seit dem über einem halben Jahr arbeitslos und wollte mich mal melden.” :mrgreen:

Ich schilderte ihm also den Fall, er telefonierte mit Herrn K. und beratschlagte die Angelegenheit, und wir lachten erstmal alle recht herzlich. Dann hat sich dieser freundliche Mensch, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß, des Problems angenommen und versucht, meine Akte irgendwie wieder zu reparieren.

Am Folgetag war ich dann sicherheitshalber schon wieder bei dem Herrn K., der das Ganze dann auch nochmal von Grund auf angesehen hat und überprüft hat, damit da ja nichts mehr fehlt.

Mein Werdegang – den ich der Frau H. und der Frau C. und auch dem Herrn B. schonmal komplett vorgelegt hatte (alle bei der ARGE U25, nur für den Fall, das Ihr inzwischen längst nicht mehr durchblickt) – war auch nicht mehr im PC vorhanden. Sogar Herr K. konnte sich noch erinnern, dass der da am 6. November 2007 (meinem ersten Gespräch mit Herrn K., wo er mich noch nicht beraten durfte) noch drin gewesen war.

Das haben wir alles – mal wieder – in mühevoller Kleinarbeit eingesetzt, und anschließend hat Herr K. sich der Frage gewidmet,  was meine Chefin alles hat tun müssen, damit meine Stelle subventioniert wurde, was dann später auch so gekommen ist, für ersten 6 Monate.

Kommen wir zu den eher unschönen Folgen der ganzen Sache:

Dank dieser “klitzekleinen Panne” hätte es fast passieren können, dass die ARGE U25 auf die Idee gekommen wäre, mein Arbeitslosengeld vom 23. Oktober 2007 bis Ende März 2008 (als ich mich bei der “ARGE für Erwachsene” arbeitslos gemeldet habe) wieder zurückzufordern. Ich war ja gar nicht arbeitslos, gelle? *husthust*

Außerdem befindet sich jetzt möglicherweise ein nicht schließbares ein Loch in meiner rentenrelevanten Akte, was mir in etwas über 30 Jahren, oder wann immer ich in Rente gehen darf, Probleme bereiten könnte, weil… “Fräulein Pixie, was haben Sie in der Zeit denn gemacht?”

Meine lapidare Antwort wird dann wohl sein: “Ich habe versucht, nicht an deutschen Ämtern zu verzweifeln.” 😉

Ach, bevor ich das vergesse: Der sinnvollste Rat, der mir in diesen Tagen erteilt wurde, war dieser:

“Sehen Sie zu, dass ihr Lebensgefährte möglichst schnell über 25 Jahre alt wird, damit Sie da nicht mehr hin müssen.”

Gottseidank ist diese Hürde endlich genommen! 😉

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