Frauenpower

Nachdem ich kürzlich den Chaotentrupp vom Dienst, aka Degu-Jungsgruppe, vorgestellt habe, kommt hier unser Hauswirtschaftskurs – die Mädels.

Unangefochtene Chefin ist hier Lúthien, liebevoll Lucy genannt, die Mutter der Familie.

Im Käfig der Mädels herrscht praktisch immer Ordnung. Wenn wir Bastelmaterial in Form von Zewa oder Toilettenpapier in den Käfig geben, wird das – egal wo wir es hinwerfen – in die aktuelle Kuschelecke verfrachtet und dafür zur Not auch über alle drei Etagen geschleppt. Eine Zeit lang haben wir das Heu, das die Damen bekommen, immer mal wo anders hingeräumt, weil wir nicht so recht sicher waren, wo es am besten aufgehoben ist. Die Damen haben dann selbst die Entscheidung getroffen, dass sie ihr Heu gern in der Stoffhängematte kredenzt bekommen würden, was sie uns mittels entsprechender Heuverschleppung deutlich gemacht haben. Inzwischen werfen wir das Heu direkt da hinein.

Mit dem Laufrad lief es ähnlich. Anfangs stand das Laufrad in einem 90-Grad-Winkel zur Front des Käfigs. Die Damen haben am Fuß des Laufrads immer wieder herumgeschoben und -gezerrt, bis das Laufrad mit der Rückseite zur Käfigfront stand. Wir haben das Laufrad zurückgedreht, weil wir das für ein Versehen hielten, aber nachdem sich unser Kaffeekränzchen diese Mühe dann wieder gemacht hatte, haben wir beschlossen, dass wir ihnen ihren Willen lassen.

Ihr seht schon, unser Damentrupp hat ziemlich klare Vorstellungen von der eigenen Wohnlandschaft und weiß diese auch auszudrücken.

Insgesamt herrscht bei den Mädels eine solche permanente Harmonie, dass wir manchmal kaum in der Lage sind, die einzelnen Damen überhaupt zu unterscheiden. Mama Lucy ist aufgrund ihres Stammplatzes auf der kleinen Etagere neben dem Laufrad noch recht leicht auszumachen. Außerdem hat sie so eine ganz spezielle Vorderpfotenhaltung, wenn sie sitzt – das erkennt man sofort.

Eowyn und Lara sind aber nicht immer so leicht voneinander zu unterscheiden. Sie sind beide recht selbstbewusst, extrem sportlich und dementsprechend auch reichlich dicke Freundinnen, die die meisten Dinge gemeinsam tun.

Niniel beschäftigt sich gerne mal mit Einrichtungsumgestaltung, indem sie die ihr extra hierfür zur Verfügung gestellten unbehandelten Weidenkörbchen unter Nagezahneinsatz umbaut. Aber wenn sie Lust auf Laufen hat und alle drei Geschwistermädels das Laufrad umscharen, dann wirds schon deutlich schwerer.

Wirklich gut unterscheiden kann man unsere Mädels nur anhand ihrer Zutraulichkeit. Mama Lucy und Lara sind mit Abstand am zutraulichsten. Eowyn lässt sich durch die geschlossene Käfigtür mit Leckerchen verwöhnen, bei offenem Käfig verschwindet sie aber in einem Versteck. Nur Niniel hat insgesamt kein Bedürfnis, uns Menschen kennenzulernen. Sie lässt sich nicht groß durch uns stören, aber bislang haben wir noch kein Leckerchen ausgemacht, das sie aus der Reserve hätte locken können.

Wenn in diesem Grüppchen der Glückseeligkeit doch mal der Haussegen schief hängt, dann ist es Mama Lucy bislang noch immer gelungen, die Streitigkeit binnen kürzester Zeit zu beenden. Solche Vorkommnisse sind aber wirklich selten.

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